Mittwoch, 16. November 2016

Sonderschau in Rheinberg

Feine Kollektionen der Haubenhühner und seltenen Hühnerrassen
Am vergangenen Wochenende fand die 121. Rheinische Landesverbandsschau mit angeschlossener 43.VHGW- Bundesschau sowie 88. Deutschen Zwerghuhnschau in Rheinberg statt.In der angeschlossenen Sonderschau des Sondervereins der Haubenhühner und seltenen Hühnerrassen waren 24,60 Tiere von 7 Rassen und 11 Farbenschlägen vertreten.

In Rheinberg wurde in diesem Jahr die Deutsche Meisterschaft ausgetragen.


1,0 Paduaner in schwarz. V97 VHGW-M von Heike Grimm, Rheinberg 2016



Bei den seltenen Hühnerrassen sind die Grundbedingungen der Mindesttiere/Züchter meist schwerlich gegeben. So ist es umso erfreulicher den beiden Züchterinnen Ingrid Spielberger und Heike Grimm zu den erreichten Titeln Deutsche Meisterin gratulieren zu können.

Gratulation an die…  
Deutsche Meisterin Houdan in schwarz-weiß gescheckt: Ingrid Spielberger
Deutsche Meisterin Paduaner in schwarz: Heike Grimm


1,0 Paduaner in silber-schwarz gesäumt, SG94 von Heike Grimm, Rheinberg 2016
Ein Highlight, waren auch die gezeigten Eulenbarthühner. An sich schon sehr rar konnte man eine Kollektion von Mohrenköpfen, weiß bestaunen, die in einer solchen Zahl (2,8) und vor allem Qualität schwerlich zu finden ist. Leider wurde hier aufgrund fehlender weiterer Aussteller der Rasse kein Meistertitel ermittelt. Der Züchter und 2. Vorsitzende unseres SV Gerold Kellermann hätte diese Auszeichnung mit den präsentierten Tieren auf jeden Fall verdient.

0,1 Eulenbarthuhn in Mohrenkopf weiß, V97 LVE16 von Gerold Kellermann, Rheinberg 2016



Sehr erfreulich auch die Tatsache, dass 3,6 La Flèche im Farbschlag blau-gesäumt von zwei verschiedenen Züchterinnen vertreten waren. Zum Teil sehr hochwertige Tiere, die jedoch leider nicht rasse- und zuchtstandsgemäß bewertet wurden.
1,0 La Flèche in blau-gesäimt, SG94 E von Andrea Höh, Rheinberg 2016




Zwar waren die Wiesenteufel noch nicht ausgereift, doch zeigten sie überwiegend wirklich hervorragende Farbanlagen und bis auf wenige Ausnahmen sehr gute Form, feine Kopfpunkte und einen schönen freien Stand. Die hochwertigste Henne der beiden Kollektionen wurde leider nicht erkannt und erreichte nur eine geringe Bewertungsnote. Echt Schade.

In außergewöhnlicher Zahl von 3,15 und fast durchgängig klasse Qualität wurden die Houdan, schwarz-weiß gescheckt gezeigt. Die Tiere der drei angetretenen Züchter zeigten fast alle eine sehr gute bis vorzügliche Qualität.

Eine Freude war es die schönen Tiere in Rheinberg betrachten zu können.

Dienstag, 15. November 2016

Das beste Huhn der Schau

Haubenhühner und seltene Hühner in Alsfeld
Am 5.-6. November fand in Alsfeld die Landesverbandsschau Hessen Nassau mit der angeschlossenen Hauptsonderschau der Haubenhühner und seltenen Hühnerrassen statt.

Das schönste Huhn der gesamten Schau stellte unser Zuchtfreund Lothar Fugger.
Die mit Vorzüglich bewertete Appenzeller Spitzhaubenhenne aus der angeschlossenen Hauptsonderschau zeigte neben sehr feinen standardgerechten Merkmalen einen fantastischen Gesamteindruck der Besucher und Preisrichter gleichermaßen begeisterte.

Lothar Fugger –Mitglied des SV und engagierter Sonderrichter des SV- mit seiner Spitzenhenne Appenzeller Spitzhaube, silber-schwarzgetupft
Insgesamt wurden acht der vom SV betreuten Rassen in der Hauptsonderschau in Alsfeld ausgestellt. Einige Impressionen der ausgestellten Tiere:











Am Sonntag Vormittag hatten interessierte anwesenden Züchter Gelegenheit Details zu der Qualitätsbeurteilung der Tiere zu erfahren. Bei der vom Sonderverein durchgeführten Tierbesprechung mit den Experten des SV wurden informative Erläuterungen zu den Bewertungen gegeben.

Einige unserer betreuten Rassen waren leider nicht vertreten. Es wäre schön diese im nächsten Jahr wieder mit dabei zu haben.

Sonntag, 16. Oktober 2016

Houdan in Hamm

Impressionen von der Landes-Zuchtbuchschau Westfalen Lippe.
Besucher der 52. Westdeutschen Junggeflügelschau 2016 am 8. und 9. Oktober konnten sie bewundern – die 1,2 Houdan in schwarz-weiß gescheckt. 

Ein sehr stimmiger Stamm der insbesondere mit hervorragend ausgeprägter Landhuhnform und vollen Bärten überzeugte. Für alle Interessierten hier einige Bilder vom Stamm

Sonntag, 25. September 2016

Übernachtung zur Hauptsonderschau

Liebe Aussteller der Hauptsonderschau der Haubenhühner und Seltenen Hühnerrassen,

auf Grund der zahlreichen Nachfragen möchten wir allen, die Bedarf haben, eine Empfehlung zum Übernachten während der Ausstellung in Alsfeld empfehlen.

Übernachtungshotel:
Hotel Restaurant Zum Schwalbennest
Pfarrwiesenweg 12-14
36304 Alsfeld

Tel. 06631/91144-0
eMail: Hotel.Schwalbennest@t-online.de
http://www.hotel-schwalbennest.de

Preise: Einzelzimmer 50,00 €
Doppelzimmer 78,00 €
alles inklusive reichhaltigen Frühstück

Das Schwalbennest ist 3 km von der Hessenhalle (Austellungsort) entfernt.

Bitte denkt daran zeitnah zu melden, wenn ihr an der Hauptsonderschau teilnehmen möchtet. Es sind nur noch wenige Tage bis zum Meldeschluss.

Donnerstag, 16. Juni 2016

Ran an die fachliche Einschätzung

Wertvolle Tipps und kritische Begutachtung
bei der Jungtierbesprechung des SV

Am 11.-12. Juni fand in Hartmannsdorf die Sommertagung des Sonderverein (SV) der Haubenhühner und Seltenen Hühner statt. Im Mittelpunkt des jährlich stattfindenden Treffens stand die Jahreshauptversammlung, der fachliche Austausch und natürlich die Jungtierbesprechung mit den Experten des SV.

Die fachliche Einschätzung von Qualitäten und Wünschen heranwachsender Jungtiere ist eine spannende und zugleich auch teilweise schwierige Angelegenheit.
Da ist es gerade bei den seltenen Rassen äußerst hilfreich Experten zur Hand zu haben, die mit geschultem Blick und zielsicherer Einschätzung beratend zur Seite stehen können.


Nicht nur Neulinge lernen hier stetig dazu. Selbst erfahrene Züchter, die bereits einen Blick für die Vorzüge und Wünsche haben können hier durch fachlichen Austausch hervorragend profitieren und darüber hinaus auch ihre Erfahrungen an Nachwuchszüchter weitergeben.

Mit etwas Erfahrung lässt sich bereits auch bei Jungtieren das Farbbild Chamois-Weißgesäumt in weiten Teilen beurteilen und auch der Aufbau / Ausprägung der Haube und Protuberanz einschätzen.




Bei den Sultanhühnern ist unter anderem auf eine saubere Zehentrennung zu achten und auch ein deutlich ausgeprägtes Hufeisen sollte ein rassetypisches Tier zeigen.

Ob Paduaner, La Flèche, Sultanhühner oder unsere anderen Haubenhühner und seltenen Rassen – um Zuchtverbesserungen zu erzielen und die Rassen in Qualität zu erhalten muss ein Züchter/in die Feinheiten der rassetypischen Merkmale kennen und einschätzen lernen.

Herzlichen Dank an unsere Experten und Sonderrichter, die bei der diesjährigen Jungtierbesprechung hierbei erneut sehr hilfreich waren!


Titel Deutscher Meister/in

Besonders erfreulich war in diesem Jahr der Tagungsordnungspunkt Ehrungen bei der Jahreshauptversammlung. Hier konnte der 1. Vorsitzende des Sondervereins Jochen Schmauch gleich zwei Meisterbänder überreichen.



  • Deutsche Meisterin, Paduaner schwarz, Heike Grimm
  • Deutscher Meister, Appenzeller Spitzhauben silber-schwarzgetupft, Lothar Fucker
Wir gratulieren den Zuchtfreunden Heike Grimm und Lothar Fucker herzlich zu ihren errungenen Meistertiteln und wünschen allen Züchterinnen und Züchtern eine erfolgreiche Aufzuchts- und Ausstellungssaison.

Donnerstag, 5. Mai 2016

30 Jahre Houdanzucht

Ein Erfahrungsbericht von Zuchtfreund Eduard Miebach
Ich möchte mit diesem Bericht keine Musterbeschreibung kopieren, sondern von meinen Zuchterfahrungen erzählen. Im Jahre 1956 bekam ich von S.V.-Mitglied Kasper Henneken aus Herne meine ersten 2,3 Houdan gescheckt; aber nur unter der Bedingung, dass ich Mitglied im SV der seltenen Hühnerrassen werde.

Mit Hilfe erfahrener Züchter des SV erreichte ich den jetzigen Stand meiner Zucht.

Zwischen den Houdan damals und heute besteht ein großer Unterschied.
Houdan, schwarz-weiß gescheckt, Tiere und Bilder von Magnus Erdtmann


Die Elterntiere meiner ersten 2,3 Houdan waren im 2 Jahr schon fast weiß, was heute nicht mehr der Fall ist. Die Tiere der Jahre 1955 bis1960 waren durchweg als Jungtiere schon reichlich hell, sie hatten weniger Körpervolumen, meistens schlechte Zehentrennung und lose, teils sogar offene Hauben. Diese Kritik an meinen damaligen Tieren stammt nicht von mir, sondern von unserem Altmeister Heinrich Bruse. Er war in unserem Ortsverein über 10 Jahre lang als Preisrichter tätig und er hat dafür gesorgt dass ich damals die Freude an den Houdan nicht verloren habe. Im Jahre 1963 war ich dann nach meiner Meinung endlich so weit, meine Tiere außerhalb des Kreisverbandes zeigen zu können. Bei eisiger Kälte, aber mit großen Hoffnungen zog ich mit 7 gemeldeten Houdan zur 44. Nationalen nach Stuttgart. Am Tag nach der Bewertung war ich etwas enttäuscht, denn die Tiere der bekannten Züchter Hans Schierloh und Mamme Mammen waren höher bewertet, als meine. Die Bewertungskritik sagte aus, dass meine Tiere zwar in Haube, Farbe und Zehentrennung gefielen, jedoch durchweg zu leicht waren. Der Hahn von Schierloh, den ich zwei Jahre zuvor eingestellt hatte, brachte nicht den erhofften Erfolg. Ich muss hier noch erwähnen, dass meine Hähne damals recht gute Kämme hatten.

In meiner Zucht musste etwas geschehen, wenn ich erfolgreich konkurrieren wollte - aber was?

Auf der Heimfahrt von der 44. Nationalen kamen Zuchtfreund Bruse und ich zur Überzeugung, dass „Blutsauffrischung“ mit Lachshühnern wohl angebracht sei. Sofort im 1. Jahr nach der Einkreuzung einer Lachshenne hatte ich klotzige Formenhennen, die natürlich auch fleißig legten. Diese F1 -Hennen waren im 1. Jahr schwarz, hatten durchweg einen Schopf, nach hinten geteilten Kamm, vollen Bart und die typische Zehenbildung. Die anfangs noch bestrumpften Läufe treten bei F3-Tieren nur noch selten auf und wann, dann sind sie leicht zu putzen. Die Scheckung ist bei der, F3- Generation bei ca. 50% schon sehr gut, dagegen werden Haube und Kamm erst ab F5-6. Ordentlich. Bei der Züchtung habe ich selbstverständlich immer einen reinen 1,0 Houdan mit bestem Kamm und großer Haube eingesetzt.

Nach 7 Jahren zeigten sich die ersten Erfolgreichen aus der Einkreuzung

Ab 1970/71, also nach 7 Jahren zeigte ich die ersten Erfolgreichen aus der Einkreuzung. Nach 10 Jahren hatte ich dann vermutlich einmal beim Schlupf nicht aufgepasst, sodass ich versehentlich 1,0 aus der Kreuzung Houdan x Lachshuhn zur. Zucht einsetzte. Das gab ein erhebliches Durcheinander in meiner Zucht. Plötzlich hatte ich Tiere mit Stehkamm, ohne Bart, kaum Haubenbildung oder einseitig nur 4 Zehen und Hähne mit Messing auf den Schultern. So etwas ist sehr ärgerlich! Deshalb sollte man, wenn man Kreuzungen versucht, stets einen besonders reinrassigen Zuchtstamm getrennt halten- und sei es nur zur Erzielung von reinrassigen Zuchthähnen. .Nachdem die Einkreuzung mit lachsfarbigen Lachshühnern gut geklappt hat, habe ich 1970 dasselbe mit weißen Lachshühnern versucht, um die weißen Houdan erneut zu erzüchten. Mit der Einkreuzung von 1,0 Holländer Weißhauben weiß in die F2- Generation aus 1,0 Houdan gescheckt x Lachshuhn weiß kam ich dann relativ gut vorwärts. Auf der Niederrheinschau 1976 in Krefeld konnte ich mit hv Ehrenband auf 0,1 Houdan weiß erste Erfolge erzielen. Bedingt durch das Holländer-Blut fallen immer wieder Tiere mit dunklen Läufen, was zwar laut Standard erlaubt ist, aber ich ziehe Tiere mit hell- fleischfarbenen oder weißen Läufen vor. Der weiße Farbenschlag steht heute den gescheckten Houdan in nichts mehr nach. Leider gibt es aber zu wenig Züchter, die sich mit Ausdauer diesem Farbenschlag der Houdan widmen. Dies sind also meine eigenen Zuchterfahrungen, die ich bis heute mit den gescheckten und weißen Houdan gemacht habe. Nun möchte ich kurz den jetzigen Zuchtstand dieser Rasse beleuchten.

Der Zuchtstand der Houdan
Auf den heutigen Schauen erkennt man dass die Houdan in den letzten 30 Jahren enorm verbessert worden sind. Durchweg sind sie sowohl figürlich, als auch farblich in Ordnung. Auch Haube, Bart und Zehen sind bei den meisten Tieren ohne Tadel.

Houdan, schwarz-weiß gescheckt, gezeigt von Ingrid Spielberger, Nationale Bundessiegerschau 2015, Dortmund

Aber leider hat sich bei den Hähnen in den letzten 2-3 Jahren der Schmetterlingskamm zum Nachteil verändert. Diese groben Kämme mit reichlichen Verästelungen, aber auch die zu großen Kehllappen sollten dringend verbessert werden. Zweifellos ist das Vorhandensein von Kehllappen ein Zeichen von Vitalität, aber sie dürfen nicht so groß werden, dass sie den markanten Vollbart verdrängen. Ferner sieht man hin und wieder Junghähne, die farblich zu hell sind. Junghähne sollten vorwiegend schwarzes Gefieder haben und nur wenig Zeichnung aufweisen, um dann im 2 Jahr eine schöne Scheckung zu erreichen. Bei Bewertungen von Houdanhennen ist mir mehrmals die Kritik aufgefallen: „ Haube gleichmäßiger gezeichnet.“ Dazu muss ich sagen, dass es mir bis heute nicht gelungen ist bei den Hennen eine volle und gleichmäßige Haube zu erzüchten. Ende der 60er Jahre war die Verbesserung der Haubenzeichnung schon einmal Thema bei einer SV-Sommertagung. Ich habe bei gleichmäßig gezeichnerter Haube, noch nie die passende Haubengröße erreicht. Bei einer Vollhaube tritt im hinteren Haubenteil der Houdanhennen überwiegend weiß auf, gekoppelt mit Vollbart und schöner Scheckenzeichnung.

Houdan, schwarz-weiß gescheckt, gezeigt von Ingrid Spielberger, Nationale Bundessiegerschau 2015, Dortmund


Beim weißen Farbenschlag wird ein reinweißes Gefieder gewünscht. Beim Hahn kann das aber nach meiner Ansicht nicht verlangt werden; er zeigt in den Behängen und auf den Decken gelben Anflug. Bei den weißen Houdanhähnen wäre noch besserer Kamm und kleinere Kehllappen zu wünschen.

Erwähnen muss ich noch die Farbenschläge Blau und Perlgrau. Obwohl ich von ihnen in den Letzten Jahren auf Schauen kein Tier gesehen habe. Dagegen stellte Zuchtfreund Mammen einige Jahre lang gesperberte Houdan vor. Sie konnten nicht anerkannt werden, weil nach dem Tod des Zuchtfreundes Mammen kein anderer Züchter das Erbgut in die Hände genommen hat. Mir ist nicht bekannt, ob sich gegenwärtig jemand mit der Zucht eines dieser Farbenschläge der Houdan befasst.

Aufgrund jahrelanger Zuchterfahrung kann ich die Houdan nur empfehlen. Obwohl ihre Zucht- wie schon beschrieben nicht immer ganz einfach ist.

Solche, bzw. ähnliche Berichte wollen wir von euch Züchtern gerne veröffentlichen. Was hält Euch davon ab, gleichfalls über eure Zuchterfahrungen zu berichten? Greift zum Schreibzeug und sendet eure Beiträge an uns.


Diesen hervorragenden, höchst interessanten Beitrag verfasste Zuchtfreund Eduard Miebach. Seit 1985 dabei teilt er Erfahrungen mit, aus denen andere Züchter auch bei anderen Rassen Nutzen ziehen können.

Mittwoch, 13. April 2016

Vorsicht bei Einkreuzungsprojekten

Grundsätze & Tipps zur erfolgreichen Zuchtverbesserung
Die meisten unserer Hühnerrassen und Farbenschläge verdanken ihre Entstehung einer Kreuzung. Eine Rasse kann aber auch -insbesondere wenn sie selten ist- infolge einer unpassenden Einkreuzung gar leicht zugrunde gehen!

Fremdeinkreuzungen sind grundsätzlich nicht als Mittel erster Wahl anzusehen, wenngleich sie in einigen Fällen sicherlich sinnvoll sein können. Es empfiehlt sich bei Fremdeinkreuzungen sehr überlegt und langfristig vorzugehen.



„Ich versuche hier, all das, was Zuchtfreund Eduard Miebach in seinem Beitrag über seine Houdanzucht mitgeteilt hat, nachfolgend in zu beachtende Grundsätze zusammen zu fassen. Diese Ausführung erhebt selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, kann verantwortungsbewussten Zuchtfreunden jedoch sicherlich eine Hilfestellung bieten Fehler zu vermeiden“ (Jürgen Käs)

Gedanken und wichtige empfehlenswerte Grundsätze zum Thema Einkreuzen


1. Entscheidung für ein Einkreuzungsprojekt überdenken
Einkreuzungen sollten nur vorgenommen werden, wenn sie unumgänglich sind. Der Züchter trägt hier eine große Verantwortung für die authentische Erhaltung seiner Geflügelrasse und die Sicherung ihrer Rassereinheit.

2. Die richtige Auswahl der einzukreuzenden Rasse treffen
Es empfiehlt sich bei Fremdeinkreuzungen in gleicher Rassegruppe zu bleiben, bzw. auf eng verwandte Rassen zurückzugreifen. Der Rassetyp und Kernmerkmale werden so eher gewahrt und Erfolge stellen sich dann meist auch früher und nachhaltiger ein. Es sind hier nicht nur nicht nur die einzelnen Aspekte des äußeren Erscheinungsbildes zu betrachten, sondern auch mögliche Problemstellungen des Genotyps etc.

3. Reinrassige Reserven halten

Einkreuzungsprojekte bringen nicht immer erhoffte Resultate. Es ist wichtig reinrassige Tiere strikt zu trennen, um entsprechende Reserven zu halten. Dies gilt für die Zusammenstellung der Zuchtstämme genauso wie für die unmissverständliche Küken- und Jungtierkennzeichnung. Darüber hinaus ist es auch eine Möglichkeit einige seiner besten reinrassigen Tiere einem Züchterkameraden zu geben, mit der Gewissheit, dass man jederzeit darauf zurückgreifen kann. Bei seltenen Rassen sind reinrassige Reserven von besonderer Bedeutung.

4. Leistungsfähigkeit der Rasse erhalten

Es ist wichtig nur lebenstüchtige Tiere einer vitalen Rasse einkreuzen. Ideal ist es, wenn diese aus einem guten Legestamm (Zuchtbuch-Stamm) mit Leistungsnachweis stammen.

5. Gesunde Tiere für die Zucht einsetzen
Mehr noch als bei einem Zuchtvorhaben innerhalb einer Rasse ist bei Fremdeinkreuzungen auf die Gesundheit der Zuchttiere zu achten, die man einsetzen möchte. Der Herkunftsstamm der einzukreuzenden Tiere muss frei von Seuchen (z.B. Pullorum, Marek'sche Lähme etc.) sein.

6. Keine fehlerbehafteten Tiere einsetzen
Es ist unbedingt zu vermeiden Tiere mit eklatanten Fehlern für das Einkreuzungsprojekt einzusetzen. Zu solchen Zuchtausschlusskriterien zählen geringe Lebenskraft, fehlende Vitalität genauso wie anatomische Veränderungen (Deformation von Knochen oder Federn, fehlendem Zehenglied) sowie Rasse untypische Merkmale oder Abweichungen wie beispielsweise zweierlei Augenfarbe o.ä..

7. Mehr als das Erscheinungsbild in die Überlegungen einbeziehen
Will man etwa Nichtbrüter, dann sollte darauf geachtet werden, dass das einzukreuzende Tier aus einem Nichtbrüterstamm kommt, denn die Neigung zum Brüten kann erblich sein.

8. Seriös und offen agieren
Ein seriöser Züchter sollte niemals Nachzucht abgeben, ehe die Einkreuzung einwandfrei geklappt hat und keine Ausfälle mehr auftreten. Der Käufer ist offen von der Einkreuzung zu unterrichten. Dies dient zum Einen dem Verkäufer als Schutz um nicht als Betrüger betitelt zu werden und zum Anderen dem Käufer, der für sein züchterisches Arbeiten wichtige Informationen erhält.

9. Ausdauer und Geduld führen zum Ziel
Für ein erfolgreiches Einkreuzungsprojekt sind Ausdauer und Geduld erforderlich –und das nicht selten über viele Jahre hinweg. Nur im Glücks-/ Ausnahmefall klappt eine Einkreuzung nach Wunsch schon in wenigen Jahren.

Fremdeinkreuzungen können konsequent durchgeführt ein Mittel zur Zuchtverbesserung sein. Wer über ein Einkreuzungsprojekt nachdenkt sollte sich jedoch zunächst vor allem immer die Frage stellen, ob es notwendig ist, ob man auch die Geduld mitbringt und den Platz hat, konsequente Schritte zu wirklicher Rasseverbesserung bis zum Ziel zu gehen. Halbherzige Vorgehensweisen schaden oft mehr als sie nutzen. 

Ein Beitrag mit freundlicher Unterstützung von Jürgen Käs

Lesen Sie hier in Fortsetzung dieses Themas demnächst einen ausführlichen Erfahrungsbericht zu 30 Jahre Houdan-Zucht...