Paduaner

Die Paduaner sind mittelgroße, leicht gebaute Hühner in Landhuhnform. Sie zeigen eine kecke aufrechte Haltung, einen mittelhohen Stand, eine volle Rundhaube, einen dichten Bart und ein glattes eng anliegendes Gefieder.

Keckes Landhuhn mit Bart und Rundhaube

Typ: leichte Landhuhnform mit Vollhaube
Gewicht: Hahn 2-2,5 kg, Henne 1,5-2 kg
Bruteimindestgewicht: 48 g
Schalenfarbe der Eier: Weiß
Wesen: keck, zutraulich und neugierig
Ringgröße: Hahn 18, Henne 16
Farbschläge: Silber-Schwarzgesäumt, Gold-Schwarzgesäumt, Chamois-Weißgesäumt, Schwarz, Blaugesäumt, Gesperbert, Perlgrau, Tollbunt



Paduaner gehören zur Gruppe der Haubenhühner und werden seit über 500 Jahren gezüchtet. Bereits im 18. Jahrhundert waren sie in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden weit verbreitet. Wo ihre tatsächlichen Ursprünge liegen ist ungewiss. Man nimmt an, dass diese sehr alte Rasse aus dem europäischen Landhuhn mit halber Haube herausgezüchtet wurde. Düringen geht davon aus, dass die Paduaner ganz ursprünglich vom Stammvater aller Schopfrassen, dem Pawlowskaja Huhn abstammen.

Ganz zu Unrecht werden die Paduaner oft als Qualzuchten abgestempelt, die durch Bart und Haube aus Schönheitsidealen eingeschränkt sind. Dies ist bei einer angemessenen Zucht mit Rassestandardkonformer Zuchtarbeit ganz und gar nicht der Fall. Sichtfreiheit ist hier ein wichtiges Qualitätskriterium, welches mit der Stabilität der Haube in direktem Zusammenhang steht. Bart und Haube sowie die rudimentäre Ausprägung von Kamm und Kehllappen sind bei den Urahnen der Paduaner durch Mutationen entstanden und eine naturgegebene Anpassung an unwirtliche, kalte Lebensumgebungen gewesen.

Paduaner sind zahme, aber auch neugierige und kecke Hühner, die mit ihrem besonderen Aussehen ein exotischer Blickfang in jedem Garten sind.














Mit dem Streben nach perfekter Schönheit beim rassigen Paduanerhuhn haben Größe, Legeleistung und Eigewicht der Rasse in den letzten Jahrzehnten teilweise doch gelitten. Kann man in früheren Aufzeichnungen noch von einem Eigewicht von 50-60g lesen, ist das Bruteimindestgewicht heute bei 48g.

Paduaner können jedoch mehr sein als Zierhühner und Ausstellungstiere.
Das Augenmerk vieler Paduanerzüchter geht inzwischen wieder mehr auch auf die Legeleistung und eine Anhebung der Eiergröße. So gibt es erfreulicher Weise auch wieder einige Zuchtlinien mehr, die 50-55g Eier im Schnitt hervorbringen. Bei leistungsorientierten Paduaner-Zuchten kann man 120-150 Eier im Jahr erwarten, der Durchschnitt liegt bei 120 Eiern.
Wie bei allen Hauben und Bart tragenden Rassen ist der Pflegeaufwand und-Anspruch bei den Paduanern etwas höher als bei manch anderer Rasse. Wie bei allen Hühnern mit Haube braucht die Pflege der Federhauben besondere Aufmerksamkeit. Eine regelmäßige Kontrolle hinsichtlich Schädlingsbefall ist hier noch wichtiger als bei anderen Rassen. Haube und Bart sollten zudem nicht unnötig Nässe ausgesetzt.werden  Eine teilweise Überdachung sowie geeignete Tränken, die den Bart nicht unentwegt durchnässen sind zu empfehlen.
Doch es lohnt sich. Diese außergewöhnlich schönen und neugierigen Hühner, die es in einigen sehr ansprechenden Farbschlägen gibt, sind zudem besonders liebenswert und auch für einen Familiengarten geeignet.

Die Paduaner sind ist ein wertvolles Kulturgut und es lohnt sich diese Hühnerrasse näher anzuschauen.

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RASSEMERKMALE

HAHN

Rumpf:
gestreckt, über den Schultern breit und nach hinten schmaler werdend
Hals:mittellang, ziemlich aufrecht getragen und nur leicht gebogen, mit sehr vollem Behang
Rücken: mäßig lang, leicht abfallend
Schultern: breit abgerundet
Flügel: mäßig lang, abfallend getragen
Sattel: mit sehr reichem Behang, der den Schwanzüberhang möglicht abdeckt
Schwanz: mittellang mit reichlicher, möglichst breiter Besichelung, hoch und ein weinig offen getragen
Brust: voll, gut gerundet, angehoben getragen
Bauch: gut entwickelt
Kopf: mittelgroß, halbkugelförmige Schädelerhöhung auf der die Haube sitzt
Gesicht: rot, bis auf die freien Augen nahezu vom Bartgefieder verdeckt
Kamm:fehlt
Kehllappen: sehr klein, vom Bart verdeckt
Ohrscheiben: klein, vom Bart verdeckt
Augen: lebhaft, Farbe siehe Farbschläge
Schnabel:kräftig, gebogen, mit stark aufgerichteten Nasenlöchern, Farbe in Anlehnung an die Lauffarbe
Bart:
voller, ungeteilter Kinn- und Backenbart, die Augen freilassend
Haube: volle Rundhaube. Die schmalen und spitzen, herabfallenden Haubenfedern umschließen den Kopf hinten und seitlich ohne die Sichtfreiheit der Tiere zu behindern. Die unteren und vorderen Federn stützen die Haube (Putzen zur Verbesserung der Sichtfreiheit gestattet)
Schenkel:
mittellang, gut sichtbar, dicht befiedert
Läufe: mittellang, gut sichtbar, dicht befiedert
Zehen:mittellang, gut gespreizt
Gefieder:voll, straff, gut anliegend

HENNE

Die Henne ist im Körperbau ein wenig gedrungener, im Stand etwas niedriger und inn der Körperhaltung waagerechterals der Hahn.Die Haube ist voll, dabei kugelförmig, dicht, fest aber nicht hängend. Kinn- und Backenbart sind voll ausgebildet. Haube und Bart müssen den Blick frei lassen. Das Gefieder ist breit und glatt anliegend.


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GROBE FEHLER IN DEN RASSEMERKMALEN

Zu schwacher, schmaler oder zu kurzer Körper, schmale oder flache Brust, zu hoher oder zu tiefer Stand, Hängeflügel, Eichhornschwanz,schopfartige schiefe geteilte oder viel zu lockere Haube, fehlende Schädelerhöhung, fehlender oder zu wenig Bart, zu große auf dem Kinbart aufliegende Kehllappen, sehr auffällige Kammbildung, schiefer Nasensattel, überhängende Augenwülste, eingeschränkte Sichtfreiheit in Augenhöhe des Betrachters.
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FARBSCHLAG

SILBER-SCHWARZGESÄUMT

HAHN: Auf Vorderhals, Brust, Schenkel, Bauch und Oberrückenjede Feder mit silberweißem Mittelfeld und möglichst schmalem,schwarzem, grün glänzendem Saum.Die Federn von Haube, Hals- und Sattelbehang haben einen silberweißen Federkiel bis zum Grund, ein silberweißes Mittelfeld und bis zur Hälfte beidseitig einen schwarzen Saum mit einlaufender silberweißer Zeichnung, sodass die zweite Hälfte der Feder silberweiß ist und ein leicht saumartiges schwarzes Ende zeigt. Bartfedern schwarz mit mehr oder weniger weißem Mittelfeld. Flügeldecken silberweiß mit angedeuteter, pfeilspitzartiger, schwarzer Einlagerung. Schwingen weiß, Außenfahne mit schwarzem Federrand, Innenfahne mit schwarzen Einlagerungen. Die größeren  Flügeldeckfedern (Binden) weiß mit schwarzer, grün glänzender Säumung. Schwanz möglichst rein weiß, besonders in den Sicheln, jede Feder mit schwarzem Rand. Schwarze Einlagerungen zum Grunde hin in den Steuerfedern gestattet. Beisicheln nach dem Sattel hin dementsprechend gezeichnet.

HENNE: Jede Feder mit silberweißem Mittelfeld und schmalem, schwarzem, grün glänzendem Saum. Haube weiß mit gleichmäßiger, schwarzer Säumung. In Haube und Halsbehang sehr schmaler, weißer Federrand gestattet. Bartfedern schwarz mit mehr oder wenigem Mittelfeld.
Untergefieder bei Hahn und Henne dunkelgrau. Lauffarbe blaugrau. Augenfarbe rotbraun.


Grobe Fehler im Farbschlag: Moosige, schwarze Einlagerungen im Mantelgefieder, Halbmondsäumung, fehlende Säumung an den Schwingen, zu blockige, breite Säumung, graue Saumfarbe, deutlicher weißer Federrand an nicht dafür vorgesehenen Stellen (Vorsaum), insbesondere bei der Henne, graue Saumfarbe, gelber Anflug


GOLD-SCHWARZGESÄUMT
Die Zeichnung entspricht dem Farbenschlag Silber-Schwarzgesäumt. An die Stelle vonSilberweiß tritt eine dunkle Goldockerfarbe, die beim Hahn die beim Hahn im Schmuckgefieder etwas dunkler erscheint. Lauffarbe blaugrau. Augenfarbe rotbraun.

Grobe Fehler im Farbschlag: Zeichnungsfehler wie beim Farbenschlag Silber-Schwarzgesäumt, stark ungleichmäßige, fleckige oder zu gelbe Farbe, starkes Schilf


CHAMOIS-WEIßGESÄUMT
Die Zeichnungsanlage entspricht dem Farbenschlag Silber-Schwarzgesäumt. Die Farbe des Saumes ist jedoch rahmweiß. An die Stelle von silberweiß tritt die ledergelbe Hauptfarbe. Beim Hahn sind Hals- und Sattelbehang goldgelb und Haube und Flügeldecken noch etwas dunkler. Der Bart ist bei Hahn und Henne rahmweiß mit mehr oder weniger gelbem Mittelfeld. Lauffarbe blaugrau. Augenfarbe rotbraun

Grobe Fehler im Farbschlag:
Zeichnungsfehler wie beim Farbenschlag Silber-Schwarzgesäumt, stark ungleichmäßige, fleckige oder zu helle Farbe, schwarze Federn, starkes Schilf

SCHWARZ
Sattes, grün glänzendes Schwarz. Lauffaebe schieferblau bis schwarz. Augenfarbe rotbraun.

Grobe Fehler im Farbschlag:
Starker, gelber Anflug; andersfarbige Federn.

WEIß

Möglichst rein weiß.
Schnabel- und Lauffarbe blaugrau oder fleischfarben.

Grobe Fehler im Farbschlag: Rußige Grundfarbe; stark verschwommene Säumung; Grünglanz; Rost; Schilf.


BLAU-GESÄUMT
Grundfarbe helles oder dunkleres Taubenblau. Jede Feder mit mehr oder weniger dunkelblauem Saum. Haube, Bart, Hals- und Sattelbehang, Rücken und Flügeldecken des Hahnes sowie Halsbehang der Henne im Blau dunkler.

Grobe Fehler im Farbschlag: Rußige Grundfarbe, stark verschwommene Säumung; Grünglanz; Rost; Schilf


GESPERBERT
Jede Feder in mehrfachem Wechsel gleichmäßig schwarz und hellgrau quer gesperbert. Die Querstreifen verlaufen bogig und sind nicht scharf abgegrenzt. Beim Hahn sind die Streifen von gleicher Breite. Die Henne hat breitere, schwarze Streifen und wirkt daher im Gesamtbild dunkler, Das Untergefieder ist nur schwach gezeichnet. Lauffarbe fleischfarbig mit etwas grauem Anflug. Augenfarbe orangerot.

Grobe Fehler im Farbschlag: Stark verschwommene Sperberung; fehlende Sperberung im Schwanz; mehr als eine schwarze Handschwingenfeder je Seite; weiße Federn; Rost; Schilf.


PERLGRAU
Gleichmäßiges Blaugrau bei Hahn und Henne. Der Hahn im Schmuckgefieder, die Henne im Halsbehang mit leichter dunkler Pfefferung. Lauffarbe blaugrau. Augenfarbe rotbraun.

Grobe Fehler im Farbschlag: Fleckige oder zu dunkle Farbe; Säumung; zu starke dunkle Pfefferung im Schmuckgefieder; gelber Anflug; Rost; Schilf

TOLLBUNT
Hahn und Henne fast gleichgefärbt. Die Gefiederfarbe ist auf 50 Prozent hellrotbraun bis dunkelockerfarbig und zu je 25 Prozent schwarz und weiß auf den Federn unregelmäßig gezeichnet (gemasert) und über den ganzen Körper gleichmäßig verteilt. Haube, Schwingen und Schwanz zeigen mehr Weißanteil. Einzelne rein weiße Handschwingen gestattet. Untergefieder graubraun. Lauffarbe fleischfarbig bis blaugrau, bei Fleischfarbigen einzelne dunkle Schuppen gestattet, bei Blaugrauen helle Sohle. Augen rotbraun.

Grobe Fehler im Farbschlag: Rein weiße Federn im Körpergefieder; breite, schwarze Rundumsäumung.

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