Sultanhühner

Die Sultanhühner sind relativ kleine Hühner. Sie sind eine Zwischenform von Groß- und Zwerghühnern mit kurzer, tief gebauter Landhuhnform auf kaum mittelhoher Stellung. Sultanhühner sind reich befiedert, haben eine Vollhaube, einen Bart, starke Fußbefiederung und fünf Zehen.

Palastschönheiten mit Charakter

Typ: tiefgebaute Landhuhnform mit Vollhaube Bart und V-förmigem Hörnerkamm
Gewicht: Hahn 1,5-2 kg, Henne 1-1,5 kg
Bruteimindestgewicht: 45 g
Schalenfarbe der Eier: Weiß
Wesen: ruhiges Wesen
Ringgröße: Hahn 18, Henne 16
Farbschläge: Weiß

Extrem gefährdet: Leider gibt es nur noch sehr wenige Züchter, die sich der Zucht und Erhaltung der Hühnerrasse widmen.

Ganz ursprünglich waren die Sultanhühner in den Palastgärten der Türkei beheimatet und kamen erst 1854 nach Europa, genauer nach England. Nach den beiden Weltkriegen waren leider nur noch sehr wenige Zuchtstämme erhalten geblieben und nur mit viel Mühe konnte diese Rasse erhalten werden.

Die Rasse überzeugt besonders durch ihr ansprechendes, edles, königlich anmutendes Erscheinungsbild, ihr ruhiges Temperament bei hoher Vitalität. Das Hauptaugenmerk war bei dieser Rasse einfach schon immer das schöne Äußere. Auf Leistung und Fleischnutzung ausgerichtete Hühnerhalter und Züchter werden mit dieser Rasse nicht glücklich, denn die Legeleistung von 70 Eiern im Jahr und das geringe Gewicht dieser edlen Hühner können in dieser Hinsicht nicht so recht überzeugen.

In Haltung und Zucht sind die Sultanhühner auch etwas anspruchsvoller als manch andere Hühnerrasse. Sie stammen aus Palästen und benötigen passender Weise auch ein besonders gepflegtes Haltungsumfeld. Aufgrund ihres Bartes sollte man auf geeignete Tränken achten, die den Bart nicht nass und damit unansehnlich werden lassen. Damit ihre leuchtend weiße Schönheit mit Haube nicht leidet, sollten sie zudem einen besonders reinlichen Stall sowie einen teilweise überdachten Auslauf zur Verfügung haben. Ein auch nur zeitweise matschiger Auslauf ist ebenso auszuschließen, da das Gefieder verschmutzt wird und verklebt.

Sultanhühner halten zudem auch züchterisch gesehen einige Herausforderungen bereit. Auf eine Stabilität der Haube ist hierbei besonders Wert zu legen, da dies die Sichtfreiheit sicherstellt. Als fünfzehige Rasse hat ein Züchter zudem mit der nicht immer konstanten Vererbung dieses Merkmales zu kämpfen.

Diese Rasse ist etwas für Idealisten, die eine züchterische Herausforderung nicht scheuen und Leute die sich an der Schönheit und dem besonderen Wesen dieser außergewöhnlichen und extrem seltenen Hühnerrasse erfreuen wollen.
Die Landhuhnrasse Sultanhühner ist ein wertvolles Kulturgut und es lohnt sich diese Hühnerrasse näher anzuschauen.

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RASSEMERKMALE

HAHN

Rumpf:
ziemlich kurz, breit, tief, waagerecht getragen
Hals: kurz, kräftig, etwas nach hinten getragen, mit seh vollem und langem Behang
Rücken: breit, ziemlich kurz, leicht aufsteigend
Schultern: anliegend, breit
Flügel: mittellang, etwas lose
Sattel: breit, mit sehr vollem und langem Behang
Schwanz: voll und breit, ziemlich hoch getragen, breite, säbelförmige Haupt- und mehr gekrümmte Nebensicheln
Brust: breit, voll, vorgewölbt getragen
Bauch: voll und breit
Kopf: kurz, starke Schädelerhöhung, auf der eine Vollhaube sitzt
Gesicht: klein
Kamm: kleiner Hörnerkamm mit möglichst gleichlangen V-förmig angeordneten Hörnern
Kehllappen: klein
Ohrscheiben: klein,vom Bart verdeckt, Farbe ohne Bedeutung
Augen: rötlich braun
Schnabel: kurz, stark gebogen, mit großen Nasenlöchern
Bart: etwas zottiger Knebelbart und runder Backenbart
Haube: rund, dicht, vielfach leicht gescheitelt, jedoch gut den Blick der Augen freilassend
Schenkel: breit angesetzt, kurz, sehr voll befiedert mit langen weichen Stulpen
Läufe: knapp mittellang, sehr stark an der Außenseite befiedert, blau auch fleischfarbig gestattet
Zehen: fünfzehig, gut getrennt, Außen- und Mittelzehen befiedert
Gefieder: sehr voll mit reichem Flaum, mäßige Polsterbildung

HENNE

Die Henne ist gedrungener in der Form und tiefer gestellt als der Hahn, mit voller, breiter, tiefgetragener Brust, sehr vollem, flaumig befiedertem Hinterteil und stärker ausgebildetem Sattel. Kamm und Kehllappen sind sehr klein. Die volle Kugelhaube darf höchstens eine Andeutung von Scheitel zeigen, den Blick der Augen freilassend,


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GROBE FEHLER IN DEN RASSEMERKMALEN

Grobe oder zu eckige Form, zu hohe Stellung, allzu gering entwickelte oder schiefe Haube; fehlen der Laufbefiederung und jeglicher Stulpenbildung, Fehlen der fünften Zehe, blaue Haut, übergängende Augenwülste, eingeschränkte Sichtfreiheit
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FARBSCHLAG

WEIß
Bei blauer Lauffarbe gelber Schein des Gefieders, besonders bei Hähnen gestattet.

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