Breda

Breda sind große, hochgestellte Hühner in Landhuhnform mit aufgerichteter, edler Haltung.
Sie zeigen einen breiten gut entwickelten Schwanz und eine straffe Flügelhaltung. Breda haben keinen Kamm im eigentlichen Sinn, tragen Stulpen (sog. Geierfersen) an den Läufen, Federn an den Füßen und tragen einen Schopf.

Sanftmütige Hühnerrasse mit edlem Ausdruck

Typ: hochgestelltes, aufgerichtetes Landhuhn
Gewicht: 2,5-3 kg, Henne 1,75-2,25 kg
Bruteimindestgewicht: 55 g
Schalenfarbe der Eier: weiß
Wesen: ruhig, sanftmütig
Ringgröße: Hahn 22, Henne 20
Farbschläge: Schwarz, Weiß, Perlgrau,Blau-Gesäumt, Gesperbert

Sehr gefährdet: Leider gibt es nur noch sehr wenige Züchter, die sich der Zucht und Erhaltung der Hühnerrasse Breda widmen.

Breda ist eine sehr alte niederländische Rasse, die in vielen Ländern und im heute gültigen Standard nach ihrer Herkunft benannt ist. In den Niederlanden nennt man sie „Kraaikop“, was Krähenkopf bedeutet. Aufgrund der Kopfform, dem fehlenden Kamm und dem starken Schnabel sagt man den Bredas eine starke Ähnlichkeit mit einer Krähe nach.

Bereits auf Alt-Niederländischen Gemälden aus dem Jahre 1650 findet man Vorfahren der Bredahühner.

Die Bredas kamen im 19. Jahrhundert in den Niederlanden noch ganz in verschiedenen Formen vor. Es wird vermutet, dass jede Region eine eigene Variante mit etwas anderer Merkmalsausprägung hatte. So gab es das Bredahuhn mit Bart, ein Schopfbredahuhn und auch Bredahühner ganz ohne Fussbefiederung.

Inzwischen gibt es eine einheitlichen Rassestandard für die Breda, die länderübergreifend gilt.

Bredas sind sehr anmutig wirkende, ruhige, zutrauliche und verträgliche Hühner. Sie stellen keine großen Ansprüche bei der Haltung und können auch in kleineren, gut strukturierten Gehegen gehalten werden. Der geringe Bedarf an Auslauf macht diese Rasse auch für Einsteiger interessant, die nur ein begrenztes Platzangebot zur Verfügung haben. Breda eignen sich auch für Gebiete, die im Winter frostreich sind. Durch den rudimentären Kamm sind Frostschäden nicht zu befürchten.

Neben ihrem edlen Aussehen können sie mit einer Legeleistung von 160 Eiern im Jahr und einer zuverlässigen Winterlegetätigkeit begeistern. Auch in den Folgejahren sinkt die Eierzahl nicht so massiv ab wie bei manch anderer Rasse. Ihre Küken befiedern recht schnell und sind frohwüchsig. Im Vergleich zu anderen Fleischrassen entwickeln sich die Breda, die auch als Fleischlieferant gezüchtet wurden, jedoch recht langsam. Im Hinblick auf reine bzw. schnelle Fleischgewinnung sind sie daher eher nicht geeignet. Die Fleischqualität ist jedoch positiv hervorzuheben.

Heute ist die Hühnerrasse Breda sehr selten geworden und sucht dringend interessierte Züchter, die sich um die Erhaltung dieser schönen Hühnerrasse bemühen.

Breda sind ein wertvolles Kulturgut und es lohnt sich diese Hühnerrasse näher anzuschauen.

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RASSEMERKMALE

HAHN

Rumpf:
mittellange, gestreckte, leicht abfallende Walzenform
Hals: über mittellang, leicht gebogen, voller Behang
Rücken: lang und breit bis in den Sattel
Schultern: breit, rund
Flügel: anliegend, die Spitzen unter den Sattelfedern
Sattel: voll befiedert
Schwanz: voll, ziemlich harte Besichelung, die Hauptsicheln säbelförmig bis gebogen, mittelhoch getragen
Brust: vorgewölbt, hoch angesetzt
Bauch: voll und breit
Kopf: kurz, breit, abgestrumpft mit etwas aufgetriebenem Stirnbein
Gesicht: glatt, rot
Kamm: fehlt, statt dessen eine mit roter Fleischhaut ausgekleidete Vertiefung mit leicht wulstigen Rändern, dahinter der Schopf
Kehllappen: mittellang, breit, gut abgerundet
Ohrscheiben: klein, mandelförmig, weiß
Augen: groß, orange- bis rotbraun
Schnabel: lang, kräftig, leicht gebogen,  mit hufeidenförmigem Sattel über den aufgeworfenen Nasenlöchern, davor meist eine kleine Fleischwarze, Farbe siehe Farbschläge
Schenkel: kräftig, mehr als mittellang, mit reicher Befiederung, schmale, tief reichende Geierfedern
Läufe: gut mittellang, kräftig, an der Außenseite dünn mit kleinen Federn besetzt, Farbe siehe Farbenschläge
Zehen: gut mittellang, gut gespreizt, Außenzehen dicht, aber mäßig lang befiedert, geringe Mittelzehenbefiederung gestattet.
Gefieder: verhältnismäßig kurz und hart.

HENNE

Kammulde, Kehllappen und Ohrscheiben sehr klein, der Schwanz wird weniger hoch und nur leicht gefächert getragen.


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GROBE FEHLER IN DEN RASSEMERKMALEN

Zu dürftiger Rumpf, starke Kammbildung, auch ausgebildete Hörner, mangelhafter Nasensattel und Stirnnapf, fehlende Stulpenbildung, starke Mittelzehenbefiederung.
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FARBSCHLAG

SCHWARZ

Tief schwarz, bis auf die glänzende Besichelung beim Hahn mit geringem Glanz.
Schnabelfarbe dunkelhornfarbig, etwas helle Spitze gestattet. Lauffarbe schwarz bis dunkelschieferfarbig.

Grobe Fehler im Farbschlag: Schilf, starker Blauglanz, viele rote Federn

WEIß
Rein weiß, beim Hahn leicht gelber Anflug im Schmuckgefieder gestattet.
Schnabelfarbe fleischfarbig bis schiefergrau. Lauffarbe hellgraublau, fleischfarbig vorerst gestattet.

Grobe Fehler im Farbschlag: Stark moosig schwarze Einlagerungen, stark gelber Anflug, andersfarbige Federn

PERLGRAU
Gleichmäßig zartes Hellblaugrau ohne Säumung. Beim Hahn Schmuckgefieder etwas dunkler gestattet. Schnabelfarbe hornfarbig, etwas hellere Spitze gestattet, Lauffarbe schieferfarbig.

Grobe Fehler im Farbschlag: Säumung, Ruß, Schilf, starker Rost

BLAU-GESÄUMT
Gleichmäßig helleres oder dunkleres Blaugrau mit deutlich abgesetzter, dunnkelblauer Säumung. Hahn im Schmuckgefieder bis schwarzblau. Schnabelfarbe hornfarbig, etwas hellere Spitze gestattet. Lauffarbe schieferfarbig.

Grobe Fehler im Farbschlag: Fehlende Säumung, zu helles Schmuckgefieder beim Hahn, Schilf, starker Rost.

GESPERBERT
Jede Feder im mehrfachen Wechsel von Schwarz bis blaugrau leicht bogig quer gebändert. Beim Hahn in gleicher Breite, bei der Henne sind dunkeren Federteile etwas breiter  als die helleren. Die Zeichnung ist nicht scharf, das Untergefieder nur schwach gezeichnet.
Schnabel- und Lauffarbe fleischfarbig, dunkle Einlagerungen gestattet.

Grobe Fehler im Farbschlag: Sehr ungleichmäßige Sperberung, Schilf, starker Rost

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