Brabanter Bauernhühner

Brabanter Bauernhühner sind mittelgroße, sehr bewegliche Hühner mit gestreckter Landhuhnform und gut entwickeltem Bauch sowie mittelmäßig abfallender Körperhaltung. Die Hennen tragen einen ansprechenden Schopf und einen Wickelkamm.

Vitales, leistungsstarkes Landhuhn

Typ: gestrecktes Landhuhn mit Schopf
Gewicht: 2-2,5 kg, Henne 1,5-2 kg
Bruteimindestgewicht: 70 g
Schalenfarbe der Eier: weiß
Wesen: lebhaft
Ringgröße: Hahn 18, Henne 16
Farbschläge: Wachtelfarbig, Silber-Wachtelfarbig
Extrem gefährdet: Leider gibt es nur sehr wenige Züchter, die sich der Zucht und Erhaltung der Hühnerrasse Brabanter Bauernhühner widmen.

Die Brabanter Bauernhühner sind in Belgien und den Niederlanden entstanden und ihre Ursprünge gehen bis in 17. Jahrhundert zurück. Sie sind leistungsstarke Landhühner, die auch unter den Namen Brabançonne und Brabants Boerenhoen bekannt sind. Es wird davon ausgegangen, dass sie aus Kreuzungen zwischen Haubenhühnern und lokalen belgischen und niederländischen Bauern- / Landhühnern entstanden sind. 1995 wurden die Brabanter Bauernhühner in zwei Farben in den Standard aufgenommen.

Besondere Kennzeichen der Rasse ist der Wickelkamm und die besondere Farbgebung der Farbschläge. Die Wachtelfarbe, die ansonsten nur bei Zwerghühnern zu finden ist, existiert gleich in verschiedenen ansprechenden Varianten. Zwei davon sind in Deutschland anerkannt (Wachtelfarbig und Silber-Wachtelfarbig).

Die Brabanter Bauernhühner sind mit einer Legeleistung von 170 Eiern im Jahr gute Leger mit einer beachtlichen Eiergröße von 70 g. Sie vereinen Leistung, Vitalität, Robustheit und ein besonders Aussehen. Sie sind sehr aktive Futtersucher und Futterverwerter.

Sie sind nicht witterungsempfindlich und wenig krankheitsanfällig. Im Hinblick auf Auslaufgröße sollte man Brabanter Bauernhühnern einen richtig großen Auslauf mit viel Grün bieten. Für Volierenhaltung eignen sie sich nicht. Bietet man ihnen allerdings genug Auslauf an, suchen sie sich viel Futter selbst. Vom Wesen her sind sie sehr neugierig und lebhaft. Wie vielen noch ursprünglichen Rassen wird ihnen besondere Wildheit und Scheue nachgesagt. Beschäftigt man sich mit Brabanter Bauernhühnern hat man zahme, begeisternde Hühner.

Die Farbe hat in der Zucht der Brabanter Bauernhühner nicht die erste Priorität. Diese Rasse ist als vitales leistungsstarkes Landhuhn gezüchtet worden und diese Merkmale gehören zu den grundlegenden Eigenschaften der Brabanter Bauernhühner. Daher ist bei der Zucht insbesondere auch darauf zu achten.

Brabanter Bauernhühner sind ein wertvolles Kulturgut und es lohnt sich diese Hühnerrasse näher anzuschauen.

____________________________________________________________________________


RASSEMERKMALE

HAHN

Rumpf:
mittellang, breit, leicht abfallende Haltung
Hals: mittellang, voller Behang, etwas nach vorn getragen
Rücken: breit, lang, fast gerade, leicht abfallend
Schultern: breit, nicht hervortretend
Flügel: groß, fest anliegend, waagerecht getragen, die Enden unter dem Sattelbehang
Sattel: voll, breit, mittellanger Behang
Schwanz: mittellang, schmal, geschlossen, im stumpfen Winkel aber nicht zu flach getragen, Hauptsicheln und zahlreiche Nebensicheln nicht zu breit und gut gebogen.
Brust: voll, etwas vorgewölbt, leicht angehoben getragen
Bauch: gut entwickelt, tief getragen
Kopf: klein, länglich
Gesicht: rot, unbefiedert
Kamm: einfach, mittelgroß, Fahne nicht zu lang und abstehend, Zacken mittelbreit und nicht zu tief geschnitten, fein im Gewebe
Kehllappen: mittelgroß, gut gerundet, löffelförmig, fein im Gewebe
Ohrscheiben: mittelgroß, weiß, glatt
Augen: dunkelbraun, schwärzlicher Augenrand
Schnabel: mittellang, dunkelhornfarbig bis bläulich, zur Spitze her heller werdend
Schopf: mäßig entwickelt, am Hinterkopf sitzend, bestehend aus langen, feinen Federn, die der Nackenlinie folgen
Schenkel: kurz, wenig sichtbar
Läufe: mittellang, feinknochig, fein geschuppt, schiefergrau
Zehen: feingliedrig, gut gespreizt, schiefergrau, Krallen hell
Gefieder: gut entwickelt, straff anliegend, mit wenig Flaum

HENNE
Bis auf die geschlechtsbedingten Unterschiede dem Hahn entsprechend, jedoch im tief getragenen Bauch stärker ausgeprägt und in der Haltung weniger abfallend. Schwanz schmal und geschlossen. Wickelkamm. Der Schopf ist voll entwickelt, fast so hoch wie breit, den Hinterkopf bedeckend.
____________________________________________________________________________

GROBE FEHLER IN DEN RASSEMERKMALEN

Zu kleiner, zu grober oder zu kurzer Körper. Flache Brust. zu wenig entwickelter Bauch zu steil oder zu flach getragener Schwanz, zu kleiner oder zu großer haubenartiger Schopf, besonders bei der Henne, zu helle Augenfarbe, viel rot in den Ohrscheiben.
____________________________________________________________________________

FARBSCHLAG

WACHTELFARBIG
Alle Farbtöne satt und leuchtend. An die Abgrenzung zwischen Grundfarbe und Zeichnung werden keine so hohen Anforderungen gestellt wie bei gesäumten Farbenschlägen.
HAHN: Kopf schwarz mit goldbraunem Saum. Halsbehang schwarz, oberer Teil der Behangfedern seitlich hellgoldbraun gesäumt, so das der untere Teil des Behanges (etwa ein Drittel) glänzend schwarz erscheint. Rücken und Flügeldecken mittelbraun (verdeckt ist, insbesondere im Oberrücken, die Zeichnungsanlage des Hennenmantels zu erkennen).Sattelbehang hellgoldbraun mit schwarzen Schaftstrichen ohne goldbraunen Endsaum. Armschwingen Innenfahne schwarz. Außenfahne mittelbraun, das braune Flügeldreieck bildend. Bindenfedern braun mit schwarzer Innenfahne. Handschwingen schwarz. Brust dunkelgoldgelb mit fahlem Saum und hellerer Nervzeichnung. Bauch dunkelgoldgelb, nach hinten mit Grau durchsetzt. Schenkel dunkelgoldgelb. Steuerfedern schwarz; Hauptsicheln grünglänzend schwarz; Nebensicheln glänzend schwarz mit braunem Saum, der zum Sattel hin zunimmt.
HENNE: Kopf schwarz mit goldbrauner Säumung. Halsbehang schwarz mit leuchtend hellgoldbrauner Säumung, die am Federende schwarz durchbrochen wird, sowie goldbraunem Federschaft im oberen Teil der Behangfedern. Im Mantelgefieder jede Feder mit samtglänzendem, schwärzlichbraunem Mittelfeld, goldgelber Nervzeichnung und hellbraunem Saum, der in den Flügeln nach unten zu etwas breiter wird, ohne das Mittelfeld zu verdrängen, Handschwingen schwarz. Armschwingen zwei Drittel nach innen schwarz, ein Drittel nach außen mittelbraun mit schwarzem Ende, ein braunes Flügeldreieck bildend. Brust goldgelb mit fahlem Saum und etwas hellerer Nervzeichnung, bräunliche Einlagerungen in seitlichen Brustfedern gestattet. Bauch goldgelb, nach hinten grauschwarz durchsetzt. Schenkel goldgelb. Steuerfedern schwarz mit angedeutetem braunem Federrand und bräunlichem Federschaft.

Grobe Fehler im Farbschlag: Beim Hahn: Zu viel oder zu wenig schwarz im Halsbehang, rußiger Sattelbehang, Schwarz in der Brust.
Bei der Henne: Fehlende Nervzeichnung und fehlender Rückensaum, zu offenes zeichnungsloses Flügelschild, stark ungleichmäßige Mantelfarbe, beide Geschlechter in den Braun- und Gelbtönen zu dunkel, zu rötlich, zu fahl oder zu hell.


SILBER-WACHTELFARBIG
Hahn und Henne mit gleichen Zeichnungsmerkmalen wie die Wachtelfarbigen, jedoch sind die gelben und braunen Farbtöne durch Silberweiß ersetzt. Leichter gelber Anflug in den Flügeln beim Hahn und leichter Rost in den Flügeln der Hennen sind vorerst milde zu beurteilen.

Grobe Fehler im Farbschlag: In der Zeichnungsanlage wie bei Wachtelfarbigen, starker gelber Anflug, braune Einlagerungen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen