Freitag, 17. März 2017

Reinweiß ist das Ziel

Weiße Paduaner und der "gelbe Anflug"
Im letzten Jahr habe ich mit der Zucht der seltenen, obwohl wunderschönen, weißen Paduaner begonnen.
Da dieser Farbschlag große Probleme mit dem sogenannten "gelben Anflug " im Schmuckgefieder hat, möchte ich versuchen, diesen Fehler durch die Einkreuzung einer Fremdrasse zu bekämpfen.

Gelber Anflug ist bei weissen Rassen nicht selten, allerdings besonders bei Ausstellungstieren unerwünscht.


Bei den weißen Paduanern tritt die Gelbverfärbung des Schmuckgefieders während der letzten Jungtiermauser auf, wenn die Tiere in bzw. ab diesem Alter im Freiland gehalten werden. Sonne und Regen sind die Ursache für diesen Makel. Besonders betroffen sind die Hähne, aber auch Hennen sind dann nicht mehr reinweiß. Eventuell ist auch die Fütterung an der Verfärbung beteiligt. Carotin im Futter sorgt ja auch bei anderen Rassen für ähnliche Probleme.

Wenn man wirklich weiße Paduaner ausstellen möchte, ist man bisher gezwungen, diese ab einem bestimmten Alter nicht mehr der Witterung auszusetzen. Sie müssten im Stall bzw. in überdachten Volieren untergebracht werden. Da ich für meine Tiere aber eine Freilandhaltung bevorzuge, nehme ich bisher eine schlechte Bewertung wegen des gelben Gefieders in Kauf. Ärgern tut es mich aber trotzdem und ehrlich gesagt, würden mir wirklich weiße Paduaner noch besser gefallen.

Im Jungtieralter noch reinweiss, zeigt der Hahn zur Ausstellungssaison starken gelben Anflug


Von einem Zuchtfreund bekam ich eine ältere weiße Holländer Weißhauben-Henne. Sie besitzt trotz ganzjähriger Freilandhaltung schneeweißes Gefieder. Deshalb denke ich, dass sie mir helfen kann, die Paduaner in dieser Hinsicht zu verbessern.

Da dies meine erste Fremdeinkreuzung in der Hühnerzucht ist und mir generell züchterische Erfahrung fehlt, würde ich mich über Tipps von anderen Züchtern zu diesem Thema freuen.

Unabhängig von der genetischen Veranlagung werde ich in diesem Jahr meine Jungtiere mit Futter für weiße Rassen aufziehen und so den Einfluss des Carotins ausschließen können.

Ein Beitrag von Heike Grimm


Genau hinschauen und Ursachen ergründen
ist der erste Schritt zum reinweißen Gefieder

Gelber Anflug tritt besonders auffällig im Schmuckgefieder in Erscheinung. Hier kommen wie von Heike berichtet verschiedene Ursachen in Frage. Sonneneinstrahlung und auch carotinhaltiges Futter haben hier nicht zu unterschätzende Auswirkungen.

Die Erbfaktoren nehmen jedoch auch einen erheblichen Einfluss auf die farbliche Ausprägung des Gefieders. Eine Möglichkeit ist hier, dass der verdeckt vorhandene Wildfaktor als gelber Anflug in Erscheinung tritt.

Es empfiehlt sich bereits beim Schlupf genauer hinzuschauen, um eine Einschätzung und auch Erkenntnisse für spätere Zuchttierauswahl zu gewinnen.
Bei weißen Nachzuchten schlüpfen teilweise Küken mit grauem Schleier im Flaumgefieder, welche mit gelblichem Schimmer und silberweiße. Es ist hilfreich hierzu genaue Kennzeichnungen vorzunehmen..
Die silberweißen Küken sind klar im Hinblick auf reinweißes Gefieder zu bevorzugen.
Durch konsequentes Selektieren dieser Tiere für die Zucht kann man sich dann mit der Zeit reinweiße Linien aufbauen und den gelblichen Anflug im Erscheinungsbild verdrängen .


Viel Erfolg bei deiner Zucht liebe Heike und natürlich freuen wir uns über deine Erfahrungsberichte.

Kommentare:

  1. Zunächst einmal sollte Mann/Frau wissen welches genetische weiß die vorhandenen Paduaner haben.

    Dominant oder rezessiv?

    Das könnte man durch eine Probeverpaarung mit einem Tier einer Wildbraunen Rasse testen...

    Bei der richtigen genetischen Farbe spielt Fütterung und Sonne keinerlei Rolle.

    Normal bzw. meist sind die Hennen bis weit in den Sommer hinein weiß. Der Hahn war oder ist das Problem.

    Weiß braucht meist Helfergene um wirklich weiß zu sein. Das wäre Silber, schwarz und gesperbert.

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  2. Rezessiv (c) und Dominant ( I ) weiß

    der vorteil vom rezessiven weiß (c) ist der das dieses weiß auch auf die braune gefiederfarbe wirkt. also auch braun zu weiß macht. der nachteil, das gen muss zweimal (c,c) vorhanden sein, um überhaupt sichtbar zu werden.

    dominantes weiß ( I ) wirkt nur auf die schwarze gefiederfarbe. braun zeigt sich trotzdem.(siehe rotgesattelte hühner). um mit dominantem weiß (I) weiße hühner zu bekommen braucht es noch andere helfer die auf braun einwirken. wie zb. das silbergen (S), sperbergen (B) oder eben das gen für schwarz (E) bzw. birkenfarbig (Er).
    dominantes weiß (I) muss nur einmal vorhanden sein um zu wirken.

    Die Chamois Paduaner tragen Dominantes weiß

    Dominantes weiß (I) braucht immer diese hilfsfaktoren. auch weiße leghorn besitzen immer entweder schwarz (E) oder sperberung (B) oder silber (S).

    die wildbraunen mit weißen partnern bekommen dann weißen nachwuchs wenn sie das dominante weiß (I) und den hilfsfaktor (E) oder (S) (B) erben.

    silberfarbig (S) ist genauso wie sperberung (B) geschlechtsgebunden. das heist der hahn besitzt das gen zweimal die henne nur einmal.

    Darum ist eine weiße Holländer Henne nicht unbedingt optimal, der Hahn aus der Linie wäre vorteilhafter, falls reinerbig. Der weiße Paduaner mit gelben anflug gibt mit der Holländer Henne auch wieder z.T. Hähne mit gelben Anflug. Ich würde das mit ssg machen

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